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Zuchwil feiert sechste Auszeichnung als Energiestadt

Anlässlich der erneuten Auszeichnung als Energiestadt hat die Einwohnergemeinde Zuchwil am Donnerstag, 23. Oktober 2025 zur Rezertifizierungsfeier und zum Informationsanlass zum Thema «Energiewende» eingeladen. Der Lindensaal war mit rund sechzig interessierten Zuchwilerinnen und Zuchwilern gut gefüllt. 

Im September 2025 wurde Zuchwil zum sechsten Mal erfolgreich als Energiestadt rezertifiziert. Die Einwohnergemeinde nahm dies als Anlass für eine öffentliche Feier und einen Informationsanlass rund um die Energiewende, Heizungsersatz und das neue Energieportal der Gemeinde. «Das Label Energiestadt ermöglicht der Gemeinde ein kontinuierliches Engagement in Energie- und Klimabereich und bietet ein wertvolles Netzwerk für den Austausch mit anderen Gemeinden», wie Gemeindepräsident Patrick Marti in seiner Begrüssung betont. Die erneute Auszeichnung freut ihn besonders, da es auch Ansporn ist, die bewährten Aktivitäten weiterzuführen – für ein lebenswertes Zuchwil auch in Zukunft!

Die Schweizer Energiewende
Eröffnet wurde der Abend von Nationalrat Jürg Grossen, Präsident der GLP und des Photovoltaik-Branchenverbands «Swissolar». In seinem Referat zur Energiewende zeigte er auf, wie sich die Schweiz künftig eigenständig und CO₂-neutral mit Energie versorgen kann. Er erläuterte die Zusammenhänge von Strom- und Wärmewende und präsentierte spannende Fakten – so ist die Schweiz bei 68 Prozent der benötigten Energie in Form von Heizöl, Gas, Benzin und Diesel zurzeit stark abhängig vom Ausland. Im Jahr 2024 gab es aber mit 81 Terawattstunden einheimisch produzierter Energie einen neuen Rekord in der Schweizer Stromproduktion zu verzeichnen. Die Solarenergie nimmt dabei einen immer wichtigeren Teil ein. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich 14 Prozent des Schweizer Strom-Endverbrauchs aus der Photovoltaikproduktion stammen. Jürg Grossen betonte zudem, dass Energieeffizienz, Photovoltaik, Elektromobilität, Digitalisierung und Automatisierung Hand in Hand gehen müssen, um ein «Netto-Null-Gebäude» und damit einen wichtigen Beitrag an die Energiewende in der Schweiz zu ermöglichen. Am Beispiel seiner Firma zeigt er konkret, wie dies umgesetzt werden kann. So benötigt die Geschäftsliegenschaft lediglich einen Viertel des Stroms sowie der Wärmeenergie eines Schweizer Durchschnittsgebäudes. 

Das Energieportal von Zuchwil
Im Anschluss stellte David Suter, Co-Founder und Geschäftsleitungsmitglied der geoimpact AG das neue Energieportal von Zuchwil vor. Dieses Online-Tool basiert auf der Energieplanung der Gemeinde und bietet Hauseigentümerinnen und -eigentümern eine einfache Möglichkeit, sich über empfohlene erneuerbare Heizsysteme, das Solarpotenzial ihrer Liegenschaft sowie über Fördermöglichkeiten und kostenlose Erstberatungen zu informieren. Der Energiestadt Zuchwil ist es ein grosses Anliegen, das Energieportal allen Liegenschaftsbesitzern bekannt zu machen, da es zentral ist für die Energiewende in Zuchwil. Energieberater Adrian Tschui erläuterte schliesslich die kantonalen Bestimmungen im Bereich Heizungsersatz. Er verglich verschiedene Heizsysteme in Bezug auf Platzbedarf, Kosten und Förderbeiträge und gab praktische Tipps für den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Zum sechsten Mal Energiestadt
Nach den Fachreferaten folgte der feierliche Höhepunkt des Abends: Monika Tschannen, Botschafterin des Trägervereins Energiestadt, hielt die Laudatio und überreichte der Gemeinde offiziell das Zertifikat mit einem sehr guten Resultat von 71.2 Prozent. Mit der Rezertifizierung bekräftigt die Energiestadt Zuchwil ihr langfristiges Engagement für eine nachhaltige Zukunft – im Bereich Energie und in weiteren Bereichen, in welchen sie aktiv ist. So verfügt die Gemeinde neben der Energieplanung neu über eine nachhaltige Gebäudestrategie, welche eine wichtige Grundlage bildet für die kontinuierliche energetische Sanierung der gemeindeeigenen Liegenschaften, zudem ist ein neues Projekt in Planung zur Biodiversitätsförderung auf bisher ungenutzten Flächen im Gemeindegebiet. 

Im Anschluss waren alle Anwesenden zum Apéro riche und zum weiteren Austausch eingeladen. Die Gäste konnten sich an der Tischmesse mit den anwesenden lokalen Firmen – Regio Energie, Helion Energy AG, Tschui AG und Enerhaus Engineering AG – informieren und den Experten ihre Fragen stellen. Ebenfalls konnte das Energieportal am Stand der Energiestadt Zuchwil direkt ausprobiert werden. 

Download Präsentationen

Möchten Sie mehr wissen? Hier können Sie alle Präsentationen herunterladen und zum Energieportal Zuchwil gelangen.

Präsentation Jürg Grossen

Präsentation David Suter

Präsentation Adrian Tschui

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Neue Energieplanung ebnet den Weg zur Energiestadt-Rezertifizierung 2025

Seit 20 Jahren ist Zuchwil eine Energiestadt. Mit der Erarbeitung einer kommunalen Energieplanung schafft die Gemeinde nun eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Rezertifizierung als Energiestadt im Sommer 2025 und für die weitere Umsetzung von Massnahmen im Energiebereich.

Zwischen 2012 und 2023 ist der Gesamtendenergieverbrauch der Gemeinde Zuchwil um ca. 15 Prozent gesunken. Der Energieverbrauch liegt somit unter dem Durchschnitt der Schweiz. Dies ist ein grosser Erfolg für die Energiestadt GOLD Zuchwil. Dennoch besteht im Bereich der erneuerbaren Energien und der Reduktion der Treibhausgasemissionen noch grosses Verbesserungspotenzial. Dies bezieht sich vor allem auf den Heizungsersatz, den Mobilitätssektor und die Stromproduktion. Mit der neuen Energieplanung sollen einerseits die Raumentwicklung und Energienutzung besser aufeinander abgestimmt, und andererseits die Energieeffizienz erhöht sowie die erneuerbaren Energieträger gefördert werden. Dazu definierte die Energiestadt GOLD Zuchwil sechs Massnahmen, deren Umsetzung sie dem Gemeinderat empfiehlt.

Mit sechs Massnahmen zu reduziertem Energieverbrauch

Zu den ersten drei Massnahmen zählen die Steigerung des Heizungsersatzes von fossilen auf erneuerbare Energiequellen um möglichst 10 Prozent, die Sanierung gemeindeeigener Liegenschaften sowie die Installation von PV-Anlagen auf öffentlichen Bauten und dem Parkplatz des Sportzentrums. Bei der Massnahme 4 geht es um den Strommix: Die Gemeinde soll für öffentlichen Bauten sogenannten «grünen» Strom beziehen. Private Eigentümer sind darüber zu informiert, dass der eingekaufte Strom eine direkte Auswirkung auf den Primärenergiebedarf hat. Bei den Grossverbrauchern sollte die Gemeinde das Gespräch suchen, damit diese auch ausschliesslich «grünen» Strom auf dem Markt beziehen. Denn der Strommix der Grossverbraucher hat einen wesentlichen Einfluss bei der Primärenergiebilanzierung der Gemeinde.

Die  Massnahme 5 deckt den Bereich Mobilität (MIV, Langsamverkehr) ab. Hierfür liegen bereits Massnahmen aus dem Bericht «Mobilitätsstrategie» von der Firma EBP Schweiz AG vor, die es umzusetzen gilt. Bei der Massnahme 6 dreht sich alles es um gemeindeeigene Liegenschaften, wofür die definierten Massnahmen 1 – 5 wie folgt eine wichtige Rolle spielen:

  • Bei noch fossilbeheizten Gebäuden soll ein Heizungsersatz auf erneuerbarer Energie stattfinden.
  • Sanierungsbedürftige Gebäude werden wärmetechnisch saniert (Minergie-Sanierungs-standard oder Neubaugrenzwert MuKEn) und energieeffiziente Geräte (Beleuchtung, Lüftung, etc.) installiert.
  • Im Rahmen von Dachsanierungen sind PV-Anlagen zu installieren.
  • Der eingekaufte Strom für öffentliche Gebäude und Strassenbeleuchtung soll «grüner» werden.
  • Die Massnahmen aus der Mobilitätsstrategie sind für die gemeindeeigene Fahrzeugflotte und im Rahmen des Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur umzusetzen.

Die Energiestadt Gold Zuchwil geht davon aus, dass mit der Umsetzung dieser definierten Massnahmen die Ziele aus dem Klima- und Energieleitbild 2024 bis 2040 erreicht werden können.